Wie aufgereiht auf einer Schnur…

Gedanke 1: Warum fühle ich mich so mies, wenn ich aufstehe, warum? Warum habe ich das Gefühl von Leere, wenn ich nicht mit ihr geredet habe. Wir kennen uns doch noch gar nicht so lange! Sollte man jemandem nach 4 Wochen schon das Hausrecht im Gefühlszentrum übertragen? Sollte man nicht unabhängig bleiben, wenn man jemandem nicht ganz vertraut? Aber das Vertrauen ist ja da, sie könnte mich niemals enttäuschen, sie könnte es nicht. ● Gedanke 2: Kalt erwischt. Sie hat mich da gepackt wo es weh tut. Ganz weit innen, ganz weit. Ein Sturm ist losgebrochen in mir, und er wird nicht aufhören zu wüten, bis ich nicht Gewissheit habe. Noch habe ich mich unter Kontrolle. Was ist aber, wenn die Einsamkeit wieder zu mächtig wird? Was, wenn ich wie damals alles kaputtmache? Ich will sie nicht verlieren, niemals, und erst recht nicht durch mich selbst. ● Gedanke 3: Eine Freundschaft sollte unter diesen Bedingungen doch möglich sein. Eine Freundschaft, nicht mehr. Wie sich das anhört, als ob eine Freundschaft nicht von Bedeutung wäre. ● Gedanke 4: „Die Zeit heilt alle Wunden“, sagt man, aber die Wunde, die entstehen würde, würde ich sie aus mir herausreißen oder würde sie aus mir herausgerissen werden, würde nicht heilen. ● Gedanke 5: Es sind 4 Wochen, es sind erst 4 Wochen. Ich bin einen Schritt zu weit gegangen, ich hätte nicht von Anfang an mit offenen Karten spielen sollen. Aber zu spät, jetzt kennt sie mein Blatt. Und ich bin sogar froh darüber, dann merkt vielleicht mal jemand wenn ich mist baue, bevor es zu spät ist.

~ von elmanocornuto am 17. Mai 2008.

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